Warum ich nicht mehr an die JUSO Schweiz glaube

Mit 15 bin ich der JUSO beigetreten. Von der Begeisterung, die ich damals hatte, ist heute leider nicht mehr viel übrig.
Den Kurs, den die JUSO Schweiz seit einiger Zeit fährt, finde ich sehr problematisch. Freiheit will sie, aber sagt man etwas gegen gewisse feministische Ideen wie die Frauen*quote in der Geschäftsleitung, muss man damit rechnen, nicht ernstgenommen und als „unreflektiert“ abgestempelt zu werden. Mir wurde auch schon gesagt, ich sei mir meiner sexistischen Erziehung nicht bewusst und männlichen Genossen, die dieselben Ansichten vertreten wie ich, wurde vorgeworfen, sie seien sich ihrer Privilegien nicht oder zu wenig bewusst.
An die diesjährige Jahresversammlung stellten ein paar Genoss*innen und ich einen Antrag für eine Geschlechterquote in der GL, weil wir dies für ausgewogener hielten. Schlussendlich musste dieser aber aus Resignation zurückgezogen werden, weil sich niemand traute, ihn vorzustellen. Ich hätte das getan, doch ich war bzw. bin nicht an der Versammlung.
Über die genauen Gründe dafür spreche ich in diesem Video. Da ich darin meine Kandidatur für einen Delegiertenplatz der JUSO Schweiz an die Versammlungen der SP zurückziehe, sieht die Geschäftsleitung keinen Grund, dieses an der Jahresversammlung zu zeigen. Dies obwohl es meine Beweggründe erklären soll. Da ich diese Erklärung aber wichtig finde, möchte ich sie nun auf diesem Weg teilen.

Es sind aber nicht nur die momentane Rhetorik und Intoleranz, mit denen ich Mühe habe. Denn während Dinge gesagt werden wie „der JUSO-Feminismus setzt sich für alle Unterdrückten ein“ und „wir sind intersektional“, merke ich – wie im Video gesagt – in der Praxis wenig davon.

Themen wie eben zum Beispiel die Inklusion von Menschen mit Behinderungen werden kaum thematisiert. Erklärt man seine Probleme, stösst man zwar durchaus auf Verständnis, aber es wird dann auch erklärt, dass man nicht sicherstellen könnte, dass bspw. die Durchgänge an Versammlungen frei sind. Ich glaube aber – und weiss -, dass mit genügend Wille sehr viel möglich wäre.

Wie ebenfalls im Video gesagt, wollte ich eigentlich nicht gross über diese Dinge reden, aber manchmal ist es notwendig, um Probleme anzugehen, die sich bewiesenermassen nicht von alleine und leider auch nicht mit „Würdet ihr bitte…?“ lösen. Immerhin ist zu sagen, was ist, bekanntlich die revolutionärste Tat.

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